Da standen 5 Grabplatten fest an der Kirchenmauer. Über Jahre! Und wurden kaum noch von den Bürgerinnen und Bürgern beachtet.
Als die Kirche 2021 einen neuen Außenanstrich bekam, mussten die Grabplatten entfernt werden. Aber wohin? Wo waren sie früher? Am 18.12.1962 schrieb F.C. Heldmann dem ev. ref. Pfarramt Horn folgenden Brief: „Von den bei Wegearbeiten … in der Kastanien-Allee nach den Externsteinen ausgebuddelten Grabsteinen hat einer besonderen Bewahrungswert, nämlich dem „Jacobo Schrodero“ gewidmet.“ Er empfiehlt, den Stein an die Kirchenwand zu befestigen und nicht zu zerstören, da „in 50 Jahren wird man den Entschluss womöglich loben“. Bei den Umgestaltungen im Naturschutzgebiet Externsteine wurden die aus Horn stammenden Grabplatten gefunden, die vor ca 100 Jahren dazu benutzt wurden, den Durchfluss der Wiembecke (Lichthäupte) abzudecken. Da die bezeichneten Grabsteine als Zeugen einer vergangenen Zeit (17. Jahrhundert) für die Stadt Horn kulturell wertvoll sind, wurde der Landesverband Lippe gebeten, die Grabsteine dem Lippischen Heimatbund Ortsverein Horn, kostenlos zu überlassen. Für eine würdige Aufstellung wurde hierfür die Stadt Horn und die ev. ref. Kirchengemeinde Horn genannt.
2021 wurden die Platten zunächst unter großem Aufwand abmontiert und auf dem Gelände des Bauhofs in Horn gelagert. Dort störten sie natürlich. Immer wieder fragten die Mitarbeiter, die Kirche ist gestrichen, wo sollen sie jetzt hin, wer bezahlt, wie werden sie transportiert. Nun hat Frau Cleve-Bartol vom Bauausschuss der Kirchengemeinde Horn mithilfe der Stadt, des Bauhofs, Herrn Jäger von der Firma Knaak und des Heimatvereins die Platten auf die Kirchwiese legen lassen.
Die Verstorbenen, denen die Grabplatten gewidmet sind, liegen unter der heutigen Kirchwiese begraben. Es ist teilweise in Vergessenheit geraten, dass bis 1846/1847 sich hier der Friedhof der Pfarrei Horn befand. Selbst aus den 5 eingepfarrten Dorfschaften Vahlhausen, Bellenberg, Heesten, Leopoldstal, Veldrom und Holzhausen wurden früher hier die Verstorbenen beerdigt.
Mögen die Grabplatten nun wieder ins Bewusstsein rücken und die Bürgerinnen und Bürger der Stadt sowie BesucherInnen dazu anregen, sich mit ihrer Geschichte zu befassen. Ich kann nur sagen, gut, dass sie nicht weggeworfen, zerstört, verbaut wurden.
Sabine Vogt
