Liebe Leserin, lieber Leser,
ich schreibe diese Zeilen noch im alten Jahr – und wenn Sie sie lesen, dann sind schon die ersten Wochen des neuen Jahres vergangen.
Siehe, ich mache alles neu! – dieser Satz aus dem letzten Buch der Bibel steht als Jahreslosung über diesem Jahr 2026. (Offbg 21,5). Unterschiedliche Gefühle und Gedanken lösen diese Worte bei mir aus. Auf der einen Seite freue ich mich über diese Verheißung und bin gespannt auf das Neue. Auf der anderen Seite seufze ich: Noch mehr Neues, noch mehr Bewegung? Mit voller Fahrt geht es schon los, das neue Jahr. Und wie immer versuche ich, Schritt zu halten – mit ab jetzt gültigen Gesetzen; mit dem schneller Weniger-Werden in Kirche und natürlich auch mit den neuen Konzepten für immer größere Kirchenregionen und Kooperationsräume. Zugegeben, auch mit wirklich guten neuen Eissorten im Kühlfach, aber eben auch mit der endgültigen Schließung von meiner Lieblingskneipe und der Neueröffnung von Läden, die mir Sachen anbieten, die ich bisher noch gar nicht kannte. Wir alle kennen Sätze wie: Das haben wir schon immer so gemacht. Oder: Das haben wir auch schon mal überlegt, aber es klappt doch sowieso nicht. Angenommen, der Satz gilt, der uns für dieses Jahr gegeben ist: „Siehe, ich mache alles neu.“ Er gilt auch für unser Bewährtes. Wenn wir wirklich ehrlich die Frage zulassen, was es auch für uns bedeutet, wenn alles neu wird und wir dieses Neue gestalten könnten. Was würden wir neu machen, ohne Beschränkungen? Ein spannendes Szenario, das Raum zum Träumen öffnet und aus dem Bewährten ausbrechen lässt. Aber Vorsicht, es könnte zu Veränderungen kommen! In unserer Kirche wird es zu Veränderungen kommen – ob wir das wollen oder nicht. Gut, wenn wir versuchen, das Neue zu gestalten, solange wir diesen Raum noch haben. Es nicht nur hinnehmen und klagen, sondern aktiv werden. Schauen, was möglich ist. Die Zusammenarbeit im Raum Horn-Bad Meinberg wird immer selbstverständlicher. In diesem Jahr werden wir erstmalig auch den Weltgebetstag mit Bad Meinberg und Horn zusammen feiern. Diejenigen, die in Sachen Musik unterwegs sind, führt das Popkantorat auch in den Raum Cappel-Istrup und Blomberg. Neues kündigt sich an, wenn wir mit den Kirchenvorständen Reelkirchen und Wöbbel auf das schauen, was gemeinsam möglich ist, um zu schaffen, was alleine nicht mehr geht. „Siehe, ich mache alles neu.“ Das radikal Neue liegt in Gottes schöpferischer Gestaltung, was für mich nicht heißt, dass ich die Hände in den Schoss lege: Gott wird es schon machen! Ja, Gott wird es machen – mit uns! Ich kann an Veränderungen mitarbeiten und ich soll es auch. Vielleicht werden wir auf Wegen geführt, die wir uns so nicht aussuchen würden, die aber ein Weg in die Zukunft sind. Immer wenn wir Abschied nehmen von etwas, dann beginnt auch etwas Neues. So blicke ich mit Hoffnung und Zuversicht auf dieses Jahr. Manches fühlt sich jetzt noch schwer an, und die Sorgen verschwinden nicht einfach. Ich weiß aber, dass es nicht so bleiben wird. Gott wird abwischen alle Tränen. Das erste ist vergangen, Gott macht alles neu. Diese Worte begleiten mich und lassen in mir Freude wachsen und den Mut, weiterzugehen in diesem Jahr 2026.
Es grüßt Sie herzlich Ihre
Pastorin Petra Stork
Januar 2026
