"Im Bibelgarten blühen viele Blumen. Oh, wie das duftet!“

and2019 03Das waren zusammengefasst die Themen der Andachten im Bibelgarten am 24. Juli und 14. August.
An zwei wunderschönen Sommerabenden haben wir uns im Bibelgarten getroffen und Andacht gefeiert. Im Juli war es um 19:00 Uhr noch so warm, dass Regenschirme, die anlässlich der „Langen Kulturnacht“ erschaffen wurden, einen sehr praktischen Dienst als Sonnenschirme übernahmen.

Wir haben mit Unterstützung des Gemeindechores und Gitarrenbegleitung gesungen und über das Geschenk des Lebens und des Glaubens meditiert.  
Und wir haben geschmunzelt, nicht nur über den Sommerpsalm von Hans Dieter Hüsch sondern auch über ein Gebet, das Teresa von Avila zugeschrieben wird.
Petra Stork las Textstellen aus der Bibel, in denen Kräuter oder Pflanzen vorkommen, und erwähnte insbesondere die Psalmen und Bibeltexte in denen Zimt, Majoran und Disteln genannt werden.
Ein besonderes Erlebnis war die Salbung mit Zimtöl. Ein intensiver himmlischer Geruch, der alle Beteiligten den restlichen Abend noch begleitete.  Auch der Majoran durfte „erduftet“ werden. Dabei überraschte der arabische Majoran bzw. Zatar mit seinem äußerst intensiven Duft.  Und wie immer, waren die Disteln im Gespräch. Die Staude des Jahres 2019 blüht in vielen verschiedenen Arten im Bibelgarten und wird von Insekten aller Arten intensiv besucht.
Beendet haben wir die Andacht mit einem Gedicht von Lothar Zenetti: „Einmal wird uns die Rechnung präsentiert…“
Und weil es so schön war, gab es im Anschluss an die Andachten noch einige leckere Kleinigkeiten zum Trinken und Essen. Wir haben lange zusammen gesessen, über dieses und jenes geplaudert und uns natürlich über die Pflanzen im Bibelgarten ausgetauscht.
Wir laden Sie gerne im nächsten Jahr zu weiteren interessanten Bibelgartenandachten ein. Wir freuen uns auf Sie.

and2019 04

Segensgebet von Hanns Dieter Hüsch

Im Übrigen meine ich, dass Gott, unser Herr
Uns einen großen Sommer schenke.
Leise Monate
Dass er das Geschrei aus der Welt nimmt
Und Stille verordnet
Er möge diese Stille segnen
Sie denen in die Ohren blasen
Die unsere Zeit noch schneller machen möchten
Und damit noch kürzer und atemloser
Gott unser Herr wir bitten dich: Mach es!
Auf dass unser Herz wieder Luft schnappen kann
Unser Auge aufhört zu zappeln
Und unser Ohr wieder richtig hört und nicht alles vergisst
Denen die uns das alles austreiben möchten
Möge Gott der Herr einen Blitz ins Gesäß jagen
Damit sie ihr unmenschliches Tun einsehen
Und die Menschen seines Wohlgefallens in Ruhe lassen
Und wir wollen unseren Herrgott abermals bitten
Dieses Ansinnen von uns überall zu segnen
Und weil es sein muss sofort und immerdar
Danke und Amen.

and2019 05

Gebet – Teresa von Avila zugeschrieben:

Bewahre mich vor der Einbildung,
bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema
etwas sagen zu müssen.
Erlöse mich von der großen Leidenschaft,
die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.
Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch),
hilfreich (aber nicht diktatorisch) zu sein.
Bewahre mich vor der Aufzählung endloser
Einzelheiten und verleihe mir Schwingen,
zur Pointe zu gelangen.
Lehre mich schweigen über meine Krankheiten
Und Beschwerden. Sie nehmen zu,
und die Lust, sie zu
beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr.
Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen,
mir die Krankheitsschilderungen anderer
mit Freude anzuhören, aber lehre mich,
sie geduldig zu ertragen.
Lehre mich die wunderbare Weisheit,
dass ich mich irren kann.
Erhalte mich so liebenswert wie möglich.
Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete
Talente zu entdecken, und verleihe mir o Herr,
die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
Amen

Gedicht von Lothar Zenetti

Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiert
für den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter,
die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen,
für den Schnee und den Wind,
den Vogelflug und das Gras und die Schmetterlinge,
für die Luft, die wir geatmet haben,
und den Blick auf die Sterne
und für alle die Tage, die Abende und die Nächte.
Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen:
Bitte die Rechnung,
doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht:
Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht,
so weit die Erde reicht:
Es war mir ein Vergnügen!

 

and2019 01and2019 02 

Petra Stork und Heike Elsner