KG matsch 1KG matsch 2Im Jahr 2006 beschlossen wir, unseren Außenspielbereich naturnah umzugestalten. Ein Bereich ist dabei unser Wasser-Matsch-Bereich. Dieser wird durch Regen gespeist. Das Wasser sickert langsam wieder ab, um einen natürlichen Austausch des Wassers zu ermöglichen.
Dieser Bereich ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit geworden, vermittelt er doch viele wichtige Entwicklungs- und Bildungsbereiche.
Im Umgang mit Wasser, Matsche, Sand und allen anderen natürlichen Materialien erlernen die Kinder einfache physikalische und chemische Grundkenntnisse. In welche Richtung fließt das Wasser? Welche Kraft hat Wasser? Warum schwimmt Holz, ein Stein aber nicht? Was passiert, wenn sich das Wasser staut? Mit wie viel Sand oder Erde ist das Ganze noch flüssig? Wie bringe ich das Becken zum Überlaufen, wie viel Wasser fließt dann ab? Wann geht das Floß unter, wie viele Steine kann es tragen? Wird schmutziges Wasser wieder sauber? Wie entstehen Wellen? Mit welchem Material kann ich am besten bauen?

KG matsch 3KG matsch 4Diesen und vielen anderen Fragen können die Kinder auf den Grund gehen. Mit Wasser und lehmiger Erde zu matschen macht Spaß. Und weil es Spaß macht, versuchen Kinder immer mehr zu entdecken und auszuprobieren. Sie entwickeln Kreativität und fördern sowohl ihr Vertrauen in die Natur als auch ihre Motorik. Das gezielte Einleiten des Wassers und das Versiegen, wenn die Menge aufgebraucht ist, vermittelt den Kindern zudem, dass Wasser eine knappe Ressource ist, mit der sorgsam umgegangen werden sollte. Da zudem immer ein Kind Wasser mit dem Eimer herantragen muss, damit alle anderen spielen und matschen können, wird der Teamgeist bereits bei den Kleinen gefördert.
Die Kinder stellen fest, dass das Wasser nicht beständig und selbstverständlich fließt und vorhanden ist, wie sie es vom Wasserkran zu Hause kennen.
Zu erwähnen ist, dass unser Wasser-Matsch-Bereich wesentlich betreuungsintensiver ist, als ein herkömmlicher Außenbereich mit konventioneller Ausstattung.
Überall wo nur einige Zentimeter Wassertiefe in der Anlage zu finden sind, muss aus vielerlei Gründen eine entsprechende Betreuung vorhanden sein. Die Kinder dürfen nur bei genügend Aufsicht in diesem Bereich spielen. Der beste Matschanzug ist nicht immer wasserdicht. Es ist immer genügend Zeit einzuplanen und man muss den Raum zur Verfügung haben, um durchnässte Kinder wieder in trockene Bekleidung zu bekommen.
Wenn man dann aber beobachten kann, mit welcher Freude die Kinder die Matschanlage nutzen, wird man nur zu dem Schluss kommen, dass sich jeglicher Aufwand lohnt. Dieser Spielbereich ist nicht mehr wegzudenken.
Thomas Schäpe