1. Die Kinder sollen sich selbst verwirklichen können. Sie sollen lernen sich selbst anzunehmen, sich etwas zuzutrauen und andere anzunehmen.


  

Die Förderung eines zunehmend selbstständigen Verhaltens im Kleinkindalter ist eine wesentliche Voraussetzung für eine optimale Entfaltung der Fähigkeiten des Kindes. Kinder streben nach Unabhängigkeit und Selbstständigkeit. Je nach Zunahme an Fähigkeiten erweitern sich diese Bedürfnisse. Das Kind möchte selbst bestimmen , was es anzieht, seine Spiele und Spielpartner selbst auswählen oder bestimmen wie es etwas tut. Zugleich ist das Kind bereit, in bestimmten Bereichen Verantwortung zu übernehmen .Diese Bedürfnisse muss das Kind erleben können, damit es seine Fähigkeiten entfalten kann. Aus diesem Grund sollte Eigeninitiative in kindgemäßen Bereichen für das Kind ermöglicht werden. Braucht ein Kind Hilfe und Unterstützung, muss es selbstverständlich angemessene Hilfe bekommen.

Überbehütung oder ständige Bevormundung erstickt Eigeninitiative. Eigeninitiative schafft Selbstvertrauen. Die Kinder lernen, sich etwas zuzutrauen.

Die Kinder erleben den Kindergartenaaltag ohne Eltern. Sie lernen, sich ohne Eltern zurecht zu finden, ein großer Schritt der Kinder zur Selbständigkeit. Im Freispiel räumen wir den Kindern Freiräume ein, ihre Fähigkeiten selbständig kennen zulernen und auf ihre Weise auszuprobieren. Wir ErzieherInnen, geben den Kindern die Möglichkeit, den Spielpartner, den Spielort und das Spielmaterial selbst zu bestimmen, wenn es die Situation zulässt. Freiräume geben, heißt für uns auch, dass Kinder in verschiedenen Bereichen des Kindergartens ohne ständige Aufsicht spielen dürfen. Wir übertragen dem Kind die Verantwortung für sich und Andere. Bei Konflikten der Kinder fordern wir die Kinder auf, eigene Konfliktlösungen zu finden. Schaffen sie das nicht, geben wir Hilfestellung, eigene Lösungen zu finden. Es kann aber auch sein, dass wir bei Konflikten und Auseinandersetzungen unter den Kindern, Lösungen von uns anbieten. Kein Kind darf sich mit Konflikten allein gelassen fühlen.

Viele Dinge des Alltags sollen die Kinder selbständig bewältigen, d.h., mit möglichst wenig Hilfestellung von Anderen. Nehmen wir den Kindern alles ab, machen wir sie von uns abhängig und die Kinder können nicht selbständig werden. Das Gefühl, etwas selbst geschafft zu haben, schafft Selbstvertrauen. Wir planen Situationen, in denen Kinder zunächst ihre Stärken ausprobieren können und versuchen, die Schwächen der Kinder auszugleichen. Ein Kind, das nur Misserfolge erlebt, wird sich schwer tun, neue Erfahrungen zu sammeln. Wir Erzieherinnen ermutigen die Kinder in ihrem Handeln und unterstützen sie darin mit viel Lob und Anerkennung. Wir geben ihnen in Angeboten gezielt die Möglichkeit, neue Erfahrungen zu sammeln. Die Kinder sollen erleben, dass sie und alle Anderen einmalig sind. Ein Kind, was sich selbst kennt und versteht, sich anzunehmen wie es ist, kann auch auf Andere zugehen.

Nur, wer sich selbst liebt, kann andere lieben.

Gemeinsam geht es besser!

Die Kinder sollen erfahren, dass es miteinander besser geht, die Hilfe untereinander wichtig und etwas schönes ist. Wir planen Aktivitäten ein, in denen Kinder gemeinsam spielen, planen und handeln können.

Kinder brauchen wiederkehrende Abläufe, Regeln und Führung von Bezugspersonen, um Orientierungshilfen für ihre eigene Entwicklung zu haben.

Sie brauchen Sicherheit, wünschen sich eine vorhersehbare, geordnete Welt. Damit Kinder ausprobieren und neugierig sind, brauchen sie die Sicherheit einer stabilen Beziehung zu anderen Menschen und äußere Hilfen, wie zum Beispiel einen geordneten Tagesablauf, Regeln und Rituale. Grenzen und das Erleben von Regeln und Werten, die in der Gesellschaft das Zusammenleben gestalten, sind für unsere Kinder ebenso wichtig wie Freiräume. Auch so lernen die Kinder, auf andere Menschen Rücksicht zu nehmen und deren Freiräume und Bedürfnisse zu akzeptieren. Unser Erzieherverhalten als Orientierung für die Kinder.

Wir als Bezugsperson versuchen in unserem Verhalten für Kinder einschätzbar zu sein. Die Kinder sollen wissen, wie wir in bestimmten Situationen reagieren. Die Erzieherinnen gehen partnerschaftlich mit den Kindern um. Ist es erforderlich, setzen wir Regeln und sprechen Verbote aus, sind Partner und Erziehende. Die Kinder dürfen uns widersprechen und vor uns ihre Meinung vertreten. Dazu gehört für uns, den Kindern Recht zu geben, wenn wir im Unrecht sind, und den Kindern ehrlich mit unseren Stärken und Schwächen zu begegnen.