1609 Marktplatz vor der Seelower KircheBesuch beim Posaunenchor in Seelow

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Roland Kühne, Gemeindepfarrer in Seelow im märkischen Oderland, wurde am 25. September mit einem Festgottesdienst in den Ruhestand entlassen. Da Roland Kühne auch ein Mitglied des Seelower Posaunenchores ist, war dies ein guter Grund wieder unseren Partnerposaunenchor in Seelow zu besuchen und im Festgottesdienst gemeinsam mit dem Posaunenchor Seelow zu musizieren.
Am Donnerstag, den 22. September, ging es mit einer kleinen Gruppe los und gegen 17 Uhr trafen wir bei unseren Quartieren ein, erstes freudiges Wiedertreffen der Bläserfreunde. Nach dem Abendessen gab es eine erste Probe in der Seelower Kirche. Da der dortige Posaunenwart erkrankt war, sprang kurzfristig unser Leiter Udo Mönks ein.

1609 Festgottesdienst in der Seelower KircheDie nächsten beiden Tage haben wir dann bei bestem Wetter ein sehr gut organisiertes und schönes Programm genossen. Los ging es Freitagmorgen mit dem Besuch des Korbmachermuseums in Buschdorf, gelegen im Oderbruch. Dieses Museum wurde durch die Korbmachermeisterin Thea Müller aufgebaut, ihre Führung durch unzählige Flechtwerkstücke war sehr persönlich, beeindruckend und informativ. Danach gab es leckere Pizza, gebacken in der benachbarten Backscheune, die durch die dortige Dorfgemeinschaft restauriert worden ist. Weiter ging es über die Oder und damit über die Grenze nach Polen in die Altstadt von Küstrin/Kostrzyn. Was wäre das früher für ein Aufwand gewesen (DDR – Polen)! Die Altstadt ist im 2. Weltkrieg völlig zerstört worden und danach nicht wieder aufgebaut worden. In den folgenden Jahrzehnten völlig überwuchert, sind die Ruinen jetzt teilweise wieder ausgegraben und einige wenige Elemente wieder restauriert worden.
Zum Abend gab es ein reichhaltiges und romantisches Picknick an der Oder. Danach besuchten wir das nahegelegene Theater am Rand in Zollbrücke, wo das Stück „Adressat unbekannt“ aufgeführt wurde (nach einem Buch von Kressmann Taylor). Schauspieler waren Thomas Rühmann (bekannt als Dr. Heilmann aus einer TV-Arztserie) und Tobias Morgenstern. Theater und Vorstellung begeisterten uns. Wer will, möge Buch und Theater im Internet recherchieren, es lohnt.Am nächsten Morgen fuhren wir nach Rüdersdorf. Dort erlebten wir eine interessante Landroverfahrt durch den riesigen und schon vor mehreren Jahrhunderten begonnenen Kalksteintagebau. Mittagessen gab’s im Strandhotel am Schermützelsee in der Märkischen Schweiz, der dann bei immer noch bestem Wetter mit einer Bootsfahrt umrundet wurde. Nach dem Kaffeetrinken schloss sich eine weitere Probe an, der dortige Posaunenwart war immer noch verhindert (Udo musste wieder ran). Den Abend verbrachten wir gemeinsam beim Abendessen mit unseren Seelower Bläserfreunden.
Bevor wir am Sonntag zur Einspielprobe um 12.30 Uhr (der Gottesdienst zur Verabschiedung begann um 14.00 Uhr) aufbrachen, machten wir noch einen Besuch in der geschichtsträchtigen und sehr schön restaurierten Friedersdorfer Barockkirche. Diese wurde im zweiten Weltkrieg stark zerstört und durch die Dorfgemeinde bis zur Wende in der Substanz erhalten und danach durch eigenes Engagement und auch öffentliche Zuschüsse wunderbar und soweit möglich im Ursprungsstil wiederhergerichtet.
Der Festgottesdienst in der voll besetzten Seelower Marktkirche war sehr gelungen, der Posaunenchor und andere Chöre schafften einen würdigen Rahmen, die Wortbeiträge erinnerten an die Verdienste von Pfarrer Roland Kühne, die Predigt durch Roland Kühne war Rückschau und Mahnung an die Zukunft zugleich. Nach dem Festgottesdienst war der Marktplatz vor der Kirche für den Autoverkehr gesperrt, es waren zahllose Bänke und Tische aufgestellt, es gab Kuchen, Kaffee, Säfte, Salate, Grußworte, Geschenke … ohne Ende. Für uns aus Bad Meinberg gab es allerdings doch ein Ende. Um nicht zu spät wieder zuhause anzukommen, brachen wir schon um 17.00 Uhr auf und kamen ohne Stau um 22.30 gut wieder in Bad Meinberg an. Ein tolles Bläserwochenende!
Hans-Peter Mischer