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Aus dem VORAB

Wer braucht schon den Sonntag?
Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie    .
                        Albert Schweitzer
„Verdi prüft Klage gegen verkaufsoffenen Sonntag in Herford“,    so titelte die Neue Westfälische am 23.08.2021 in ihrer Online-Ausgabe.
Verkaufsoffener Sonntag – das ist doch eine gute Sache! Endlich wieder einmal in aller Ruhe durch die Innenstadt schlendern, shoppen, es sich nach dem ganzen Corona-Blues wieder einmal gut gehen lassen…
Wozu braucht es überhaupt diese Sonderregelungen für verkaufsoffene Sonntage? Geben wir den Sonntag doch einfach frei! In die Kirche geht ja eh kaum noch jemand, es ist für alle viel angenehmer, wenn sich die Einkaufsmassen auf einen weiteren Tag verteilen, so ein gemeinsames Shopping-Erlebnis für die ganze Familie kann ja auch was Schönes haben… Was soll die Aufregung also?

Was die Aufregung soll? Gucken wir doch einmal genau hin, warum es den Sonntag als besonderen Tag überhaupt gibt.
Eingeführt wurde er von Kaiser Konstantin dem Großen vor gut 1700 Jahren. Dieser bestimmte den Sonntag als Ruhetag: „Alle Richter und die städtische Bevölkerung und die Ausübung jedweder Gewerbe sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne (venerabilis die solis) ruhen.“ Damals wurde der christliche Gott noch mit der Sonne in Verbindung gebracht (so war der 25.12. auch der Geburtstag des römischen Sonnengottes).
Diese Entscheidung wirkte lange nach, die meisten von uns sind es noch gewohnt, dass am Sonntag nicht geputzt wird, keine Wäsche gewaschen wird oder Hausaufgaben erledigt werden. Der Sonntag war der Tag der Familie, der Ruhetag.
Die EKD bestätigte dies. Am 28.02.2021 gab sie folgende Pressemitteilung heraus:
„Der Sonntag unterbricht den Alltag, gibt dem Leben Rhythmus, schafft individuelle Freiräume, verbindet Menschen und fördert das Gemeinwohl. Im Bewusstsein vieler Menschen ist der Sonntag daher als wichtiges und schützenswertes „Kulturgut“ tief verankert.“
Der Sonntag als schützenswertes Kulturgut – wenn uns Corona eins gelehrt hat, dann wie wichtig Pausen und Auszeiten sein können. Zeit von Home-
office und Distanzlernen, einmal durchzuschnaufen, Zeit für die Familie, Zeit und vor allem Raum für das, was einen die Woche über beschäftigt hat…
Wenn Gott nach der Schöpfung am 7. Tage ruht und später in den 10 Geboten fordert, diesen Feiertag auch entsprechend zu heiligen, macht er (oder sie?) das nicht aus Eigennutz, nicht damit wir einen Tag haben, um Gott zu huldigen. Manchmal müssen wir halt zu unserem Glück gezwungen und vor uns selbst beschützt werden! Diese verordnete Pause ist gerade heute im Höher-weiter-schneller-Hamsterrad doch eine willkommene und vor allem nötige Unterbrechung des Alltags. Sie lenkt den Blick darauf, was wirklich wichtig ist – nicht das Materielle, sondern das Menschliche ist es, was wichtig ist, was uns „zum Menschen macht“.
„Wenn deine Seele keinen Sonntag hat, dann verdorrt sie.“ – man kann Albert Schweitzer hier nur zustimmen.
Sabine Vogt


Schauen Sie hier schon einmal in die gemeinsame Ausgabe der Kirchengemeinden Horn und Bad Meinberg  an und freuen Sie sich auf die Druckausgabe!

 

Viel Spaß beim Lesen!